VAusgabe 2010/2011 www.acura-kliniken.com > Professor Dr. med. Fiehn: Vor dem, was uns neben allen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten am wichtigsten ist: die Belange unserer Patienten, ihr Wohl- befinden und ihre Wünsche an die Parameter, die über das Medizinische hinausgehen. Wir haben sehr häufig Patien- ten, die schon seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, immer wieder in unsere Klinik kommen, weil sie sich hier gut auf- gehoben fühlen und weil sie wissen, dass sie sich darauf verlassen können, nach den neuesten medizinischen Erkenntnissen behandelt zu werden. Das bestätigt uns natürlich in unserer Arbeit. Was aber nicht weniger über jeden Zweifel erhaben ist, ist der Stellenwert unserer dia- gnostischen Leistungen. Wir sind eine hochspezialisierte Klinik für schwer rheumakranke Patienten und wollen mit modernsten diagno- stischen Mitteln und profunder Sachkenntnis nicht nur Symptome behandeln, sondern auch deren Ur- sachen bekämpfen. Eine Verände- rung hat es in dieser Hinsicht dann aber doch gegeben: Wir bieten zu- sätzlich eine rheumatologische Akutsprechstunde sowie einen rheumatologischen 24-Stunden- Dienst an – auch am Wochenende. Noch besser als bisher wird es in Zukunft möglich sein, Patienten mit Schüben von rheumatischen Erkran- kungen und erheblicher Beeinträchtigung durch Schmer- zen und Entzündung kurzfristig ambulant vorzustellen und auch akutstationäre Einweisungen bei Bedarf nachts oder am Wochenende vorzunehmen. > Frage: Die Rheumatologie hat sich in den letzten Jahr- zehnten zu einem immunologischen Fachgebiet entwi- ckelt, dessen Erforschung mit einer ganz erheblichen Geschwindigkeit voranschreitet. Bedeutet das, die Haus- ärzte bleiben außen vor in der Behandlung der Rheuma- patienten? > Professor Dr. med. Fiehn: Unter gar keinen Umständen! In der Rheumatologie kennen wir heute mindestens 300 verschiedene rheumatische Erkrankungen. Dabei ist nicht immer das Bewegungssystem betroffen. Je nach Krank- heitsbild können auch die Haut, die inneren Organe oder das Nervensystem beteiligt sein. Dies macht die Diagnose für den Allgemeinmediziner nicht einfacher. Was die Si- tuation für den Rheumakranken verschärft, solange die Diagnose noch nicht gestellt ist: Je später diese stattfin- det, desto mehr nimmt die Chance auf einen positiven The- rapieverlauf ab. Die Therapie sollte möglichst auf einer interdisziplinären Zusammenarbeit basieren, bei der der Hausarzt, aber auch der niedergelassene Rheumatologe, der mit ihm ebenfalls eng zusammenarbeitet, die Haupt- rollen innehaben. Wir bilden gemeinsam ein Netzwerk zur Genesung des Patienten. Wir haben neben unserer Akut- sprechstunde außerdem einen Wochenend-Bereitschafts- dienst für Röntgenuntersuchungen für akute Aufnahmen von Patienten und rund um die Uhr ist ein Facharzt für Rheumatologie auch für externe Ärzte telefonisch erreich- bar. Dieser steht mit Rat und Tat zur Verfügung und macht eine notwendige akutstationäre Aufnahme, unabhängig vom Wochentag oder der Uhrzeit, für die Patienten mög- lichst unkompliziert. > Frage: Das spricht innerhalb Ihrer Klinik für eine hohe Aufgeschlos- senheit den zuweisenden Ärzten gegenüber ... > Professor Dr. med. Fiehn: ... die für uns von elementarer Bedeutung ist und ganz sicherlich ist sie auch prägend für den Stil, den wir in der Klinik pflegen. Wir haben über Jahr- zehnte ein gut funktionierendes Netzwerk zu einweisenden Hausärz- ten und zu niedergelassenen Rheu- matologen aufgebaut. Viele der baden-württembergischen Rheuma- tologen haben ihren Facharzt hier im Rheumazentrum in Baden- Baden gemacht. Das Rheumazentrum genießt das beson- dere Vertrauen der niedergelassenen Rheumatologen, was uns natürlich auch seitens der Klinik anspornt, dieses gute Netzwerk weiterhin zu pflegen. Das setzt vor allen Dingen die Bereitschaft zu kollegialem Austausch unsererseits voraus, den wir auch hinsichtlich der Patienten-Interessen als eine Selbstverständlichkeit erachten. > Frage: Rheumatische Erkrankungen zählen zu den Volksleiden. Entsprechend intensiv sind die Bemühungen in Forschung und Lehre. Wie nimmt das Rheumazentrum Baden-Baden daran teil? > Professor Dr. med. Fiehn: Damit wir unseren Patienten Behandlungen auf wissenschaftlich höchstem Niveau an- bieten können und auch den niedergelassenen Fachärzten auf Augenhöhe begegnen, ist das ACURA Rheumazentrum Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Heidel- berg. Sowohl mein Kollege von der ACURA Pyschosomati- schen Klinik, Professor Dr. med. Wolfgang Eich, mit dem ich sehr eng und interdisziplinär zusammenarbeite, als auch unser Wissenschaftlicher Leiter, Professor Dr. med. Lorenz und ich beschäftigen uns im Rahmen unserer Lehr- aufträge der Universität Heidelberg auch wissenschaft- lich mit den Leiden unserer Patienten. Darüber hinaus sind Rheumazentrum Baden-Baden
