Baden-Baden

Diagnose

Vom Symptom zur Diagnose

Entzündlichen Schwellungen der Gelenke, Bewegungseinschränkungen oder starke Rückenschmerzen können Symptome einer rheumatischen Erkrankung sein. Um Ihre Beschwerden klar einzugrenzen, beginnen wir mit der sorgfältigen Zusammenstellung Ihrer Krankheitsgeschichte (Anamnese) und einer körperlichen Untersuchung.

Zur Absicherung der Diagnose oder zur Bestimmung des Stadiums der Erkrankung ziehen wir bei Bedarf eine Reihe modernster Diagnosemöglichkeiten hinzu. Immuno logisches Labor, molekular- und mikrobiologische Untersuchungen, bildgebende Verfahren wie Röntgen, Sonographie, Gelenkpunktionen oder Computer- und Kernspin tomographie sind gegebenenfalls weitere Schritte in der Diagnostik, die auf kurzen Wegen direkt in der Klinik zur Verfügung stehen. Sie werden gezielt eingesetzt und von unseren erfahrenen Ärzten interpretiert.



Labor


Die Acura Kliniken unterhalten ein eigenes Labor zur Durchführung spezieller auf Rheumaerkrankungen abgestimmter Untersuchungen. Dies sichert zum einen eine besonders hohe fachliche Spezialkompetenz durch langjährig erfahrene Mitarbeiter. Zum anderen sind insbesondere zeitkritische Untersuchungen deutlich schneller als mit externen Labors durchzuführen, da schon die Versandzeiten entfallen. Auch Nachfragen werden im Team von Kollege zu Kollege sehr persönlich und auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten abgestimmt.

Mit modernsten Geräten gewährleisten wir einen hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandard. Wir können damit sowohl Routine- als auch Spezialanforderungen auf höchstem Niveau sicherstellen.

Im Einzelnen beinhalten die Laboruntersuchungen in der Rheumatologie ein normales Routinelabor mit Blutbild, klinisch-chemischen Analysen wie z.B. Elektrolyte, Nieren- und Leberwerten sowie als Hinweiszeichen für eine Entzündung die Blutsenkung und das C-reaktive Protein.
Weiterhin werden Urinuntersuchungen durchgeführt und je nach Fragestellung erfolgen weiter spezielle laborchemische Untersuchungen (wie z.B. Elektrophorese und Proteindiagnostik).
Bei der Blutbilduntersuchung wird insbesondere auf den Hämatokrit (Anteil der roten Blutkörperchen am Blutvolumen), Leukozyten (die weißen Blutkörperchen), Erythrozyten (die roten Blutkörperchen) und die Thrombozyten (Blutplättchen) geachtet. Die Leukozyten vermehren sich häufig bei Entzündungen, der Hämatokrit zeigt die durch die chronische Entzündung oft verminderte Zahl der Erythrozyten an. Die Ergebnisse weisen dann entweder in die Richtung einer Entzündung oder bei fehlenden Entzündungszeichen in die Richtung von degenerativen (verschleißbedingten) Erkrankungen.
Im immunologischen Labor werden Spezialuntersuchungen durchgeführt, dazu gehören der Nachweis des sog. Rheumafaktors (ein Antikörper gegen körpereigenes Eiweiß) ebenso wie Antikörper gegen CCP (cyclische citrullinierte Peptide). Diese sind prädiktive Marker mit einer hohen Spezifität  (95%) für die RA (Rheumatoide Arthritis), die  sich schon sehr früh im Verlauf der Erkrankung nachweisen lassen, oft sogar schon viele Jahre vor den ersten Symptomen.
Für die Kollagenosen und immunologischen Systemerkrankungen (z.B. Lupus, Vaskulitiden) werden Spezialuntersuchungen zum Nachweis bestimmter Antikörper durchgeführt (z.B. ANA, ENA, DNACritidien, ANCA), die konkrete Hinweise auf die Grunderkrankung und ihre Aktivität geben können.
Mit weiteren Spezialuntersuchungen kann ferner auf Antikörper gegen bestimmte Krankheitserreger untersucht werden (z.B. Borrelien, die bei einem Zeckenbiss übertragen werden).
Eine Möglichkeit der weiteren Labordiagnostik beinhaltet die Untersuchung von Gelenkpunktat. Dabei wird Gelenkflüssigkeit durch eine Punktion gewonnen, diese wird anschließend laborchemisch und mikroskopisch auf weitere Krankheitserreger oder Kristalle untersucht.



Multiorgandiagnostik


Da wir den gesamten Menschen in die Behandlung einbeziehen, greifen wir auf eine Reihe unterschiedlicher Diagnosemöglichkeiten zurück. Dazu zählen: Röntgendiagnostik, Bodyplethysmograph mit CO-Diffusionstestung, Spirometrie, Gastroduodenoskopie, Koloskopie, Sonographie, Dopplerechokardiographie und Kapillarmikroskopie, aber auch gesprächsbasierte psychotherapeutische Diagnostikformen. Letzteres wird bei Bedarf durch die Kollegen der im selben Gebäude untergebrachten Acura Klinik für Psychosomatik fachübergreifend gewährleistet.



Untersuchung des Bewegungssystems


Rheumatische Erkrankungen gehen oft mit Veränderungen des Skeletts einher. Um genau zu ermitteln, wie weit diese fortgeschritten sind, stehen im Acura Rheumazentrum Baden-Baden hochmoderne Verfahren der Röntgendiagnostik und der  Knochendichtemessung (DXA-Gerät) zur Verfügung.



Der Patient als Ganzes – Eine optimale fachübergreifende Zusammenarbeit sorgt für den Therapieerfolg 




Diagnostik im Netzwerk


Der Verdacht auf eine rheumatische Erkrankung erfordert eine komplexe Differential diagnostik. Wir arbeiten mit Spezialisten verschiedener Fachrichtungen zusammen,
z. B. Neurologen, Orthopäden oder Dermatologen. Neben Konsiliarsprechstunden für Hand- und Fußchirurgie sowie Endoprothetik befinden sich in unserem Haus speziali sierte Facharztpraxen für Angiologie (Gefäßheilkunde), Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Gastroenterologie (Magen-Darm-Erkrankungen), Pulmologie (Lungen- und Bronchialheilkunde), Neurologie, Orthopädie und plastische Chirurgie. Eine weitere Absicherung der Diagnose erreichen wir durch die enge Kooperation für alle bild gebenden Unter suchungen einschließlich zukünftig der Magnetresonanztomographie im Klinikum sowie bei Bedarf auf Spezialuntersuchungen mit Praxen und Zentren in der Region.

Unsere Erfahrung aus über 125 Jahren am Standort Baden-Baden belegt, dass eine optimale Behandlung durch diese hier einzigartig organisierte fachüber­greifende Zusammenarbeit eine besonders hohe Behandlungsqualität gewährleistet.