Wen behandeln wir?

Woher kommen unsere Patienten?

Im Dezember 2002 wurden die ersten Patienten aufgenommen. Der sukzessive Aufbau der Stationen erfolgte mit zunächst 10 Patienten 2002 und 18 bzw. 24 Patienten 2003. Ab Herbst 2006 wurden 34 Patienten, ab Januar 2011 wurden 39 Patienten gleichzeitig behandelt. Zunächst galt es, die Konzepte zu übertragen und anzupassen, die wir in Heidelberg entwickelt hatten, und die für die neue Klinik transformiert werden mussten. Hier halfen uns anfangs die aus der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg "ausgeliehenen" und mitgekommenen Kollegen.

Insgesamt werden in unserer Klinik pro Jahr ca. 400 Patienten mit einer mittleren Liegezeit zwischen 35 und 42 Tagen  psychosomatisch behandelt. Die Klinik und die Betten sind immer zu nahezu 100% ausgelastet, die Kapazitäten immer voll ausgeschöpft.

Ein Drittel unserer Patienten ist männlich, zwei Drittel weiblich. 47 Prozent sind zwischen 17 und 44 Jahren alt, 45 Prozent zwischen 46 und 65 Jahren, 7 Prozent zwischen 65 und 74 Jahren alt und ein Prozent älter als 75 Jahre.

Die überwiegende Mehrzahl der Patienten kommt aus den Stadt- und Landkreisen Baden-Baden und Rastatt, ein Gebiet, für das wir uns in der psychosomatischen Versorgung regional zuständig fühlen. Aber das Einzugsgebiet geht über unsere engere Region hinaus. Auch aus anderen Bundesländern werden uns Patienten zugewiesen (aus Rheinland-Pfalz kamen 34, aus Hessen 7, aus Bayern 6, aus Nordrhein-Westfalen 3, aus Berlin und Sachsen jeweils 2 und aus Hamburg 1 Patient). Unser überregionales Einzugsgebiet ist u.a. auch dadurch charakterisiert, das es Patienten einbezieht, die gleichzeitig schwere rheumatische Erkrankungen und komorbid psychische Erkrankungen haben und die aufgrund unserer besonderen Kompetenz auf beiden Gebieten nur hier integrativ behandelt werden können.

Einige Patienten kommen aus der nahen Schweiz oder Frankreich, die weit angereistesten Patienten kamen aus New York und Washington.

Behandelte Krankheitsbilder

Krankheiten werden normalerweise in Form von Diagnosen festgestellt. Das sagt aber wenig über die Befindlichkeit und die Gefühle unserer Patienten aus.

Die Patienten fühlen sich niedergeschlagen, hoffnungslos und verzweifelt, sie leiden unter ihren Ängsten und Panikattacken, es wird ihnen plötzlich übel oder schwindelig, sie können nicht mehr essen und magern ab, sie trauern ohne Ende um den Verlust von Eltern, Kindern, Ehepartnern oder nahen Angehörigen und finden keinen Ausweg aus ihren Problemen und Konflikten. Oder sie leiden an Vernachlässigung und Missbrauch, an körperlich unerklärlichen Symptomen und Beschwerden, und wissen sich nicht mehr selbst zu helfen. Hier versuchen wir ihnen Unterstützung und Hilfe anzubieten.

Zu wissenschaftlichen Zwecken und zur Abrechnung mit den Krankenkassen werden „Diagnosen“ formuliert, die nach dem Diagnoseschlüssel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als ICD-10 Diagnosen (10. Auflage des International Classification of Disease) kodiert werden.

Diagnosen:
Depressive Episoden             ~ 37%
Angst- und Panikstörungen   ~ 22%
Somatoforme Störungen       ~ 20%
Essstörungen                       ~ 7%
Andere Diagnosen                 ~ 14%

Die Tabelle gibt Ihnen einen Einblick in diese Diagnosenstatistik. Sie spiegelt aber nicht das Ausmaß und die Schwere des Leidens, das die Patienten empfinden. Zudem wird nur die Hauptdiagnose angegeben. Die meisten Patienten, die stationär behandelt werden, erhalten mehrere Diagnosen und haben meistens neben ihrer psychischen Problematik auch noch eine körperliche Erkrankung.